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13th
JUN

Gastroskopie – Tipps zur Vorbereitung, Ablauf und Narkose

Abgelegt unter Gesundheit/Medizin

Vor genau einem Jahr publizierte ich hier auf offenesblog.de einen Artikel hier zum Thema
Koloskopie – Tipps zur Vorbereitung, Ablauf und Narkose. Die Statistik zeigt mir, dass dieser Artikel nach wie vor gefragt ist und somit will ich die Kategorie Gesundheit mit einem Beitrag zur Gastroskopie, umgangsprachlich Magenspiegelung, ergänzen.

Die Gastroskopie, auch Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) unter Medizinern genannt, ist eine medizinische Untersuchung bei der es möglich ist, das Innere der Speiseröhre (Ösophagus), des Magens (Gaster) und des Zwölffingerdarms (Duodenum) zu untersuchen.

Hat jemand von Euch schon einmal eine Magenspiegelung über sich ergehen lassen?
Ich für meinen Teil hatte eine solche Untersuchung bereits und will daher mein Wissen an die Menschen weitergeben, denen es eventuell noch bevorsteht und nach Informationen und Tipps suchen.

Wann empfiehlt sich eine Magenspiegelung:
Eine sogenannte Gastroskopie empfiehlt sich bei anhaltenden Oberbauchbeschwerden, Verdacht auf Magengeschwür oder Magenkarzinom, wiederkehrendem Sodbrennen, unklaren Durchfällen und auch Schluckbeschwerden.

Zur Vorbereitung:
Gegenüber der Vorbereitung einer Darmspiegelung, ist die einer Magenspiegelung weitaus angenehmer und weniger zeitintensiv. Rund sechs Stunden vor der Untersuchung darf der Patient bei dem eine Gastroskopie ansteht nichts mehr essen.
Für die Untersuchung wird der Rachen meist örtlich betäubt (z.B. mit Lidocain), um den Würgereiz zu mindern. Es gibt auch die Möglichkeit sich medikamentös auf die Magenspiegelung vorzubereiten und sich sogar einer Narkose zu unterziehen, doch sehe ich dies persönlich als nicht notwendig an. Wer die Gastroskopie allerdings als zu unangenehm empfindet, sollte sich den möglichen Schritt jedoch in der Hinterhand halten. Hier hilft das Gespräch mit dem Arzt vor der Untersuchung. Falls man sich jedoch für ein Beruhigungsmittel und/oder eine Narkose entscheidet, muss man sich bewusst sein, dass man nach der Gastroskopie noch rund zwei Stunden liegen bleiben muss und sogar nach Stunden immer noch nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen darf. In diesem Fall, sollte man sich aus Familie- oder Freundeskreis einen Fahrer organisieren, falls keine Möglichkeit mit Bus, Bahn oder Taxi besteht.

Wie lässt sich die Magenspiegelung besser ertragen:
Für alle die unter Euch, die sich bei der Gastroskopie vor allem vor dem Zugang des Schlauches durch den Mund fürchten, gibt es eine gute Nachricht. Denn mittlerweile kann eine solche Untersuchung auch transnasal durchgeführt werden. Hierbei wird ein sehr dünner Schlauch nicht wie üblich durch den Mund, sondern durch die Nase eingeführt. Einen Nachteil hat diese Variante allerdings. So ist mit dem dünnen Gerät der Zugang durch den Magenpförtner (Pylorus) nämlich schwieriger und man kann den Zwölffingerdarm nicht immer darstellen.

Der Tag und Ablauf der Magenspiegelung:
Wenn der Tag der Magenspiegelung ansteht, muss man zuerst einmal darauf achten, dass man wie oben beschrieben, etwa sechs Stunden vor der Untersuchung keine Ernährung mehr zu sich nimmt. Macht man sich auf den Weg zur Magenspiegelung, sollte man sich am besten schon im voraus im Klaren sein, ob man eine Narkose bevorzugt oder nicht und dementsprechend den Rückweg nach Hause organisieren.
Für die Untersuchung selbst verwendet der Arzt ein spezielles Endoskop, das sogenannte Gastroskop, durch dessen beweglichen Schlauch der Arzt mit Hilfe einer Glasfaseroptik hindurchsehen kann. Während der Arzt in früheren Zeiten direkt durch den Schlau hineinschaute, so ist das Endoskop heute mit Videooptik ausgestattet, welches die Bilder auf einen Monitor überträgt.
So hat man den Vorteil – wenn man sich gegen eine Betäubung entscheidet – dass man live dabei sein kann, bei der Reise durch die Speiseröhre, Magen bis hin zum Zwölffingerdarm.

Zum Abschluss dann noch eine der wichtigsten Fragen: Kann man nach der Magenspiegelung gleich wieder normal essen?
Im Gegensatz zur Darmspiegelung heißt es hier erst einmal: Vorsicht! Durch die örtliche Betäubung in Mund und Rachen, besteht das Risiko beim Essen und Trinken Partikel in die Lunge einzuatmen, auch Aspiration genannt. Daher sollte man sich langsam rantasten und warten bis die Betäubung gänzlich abgeklungen ist.

Wie man lesen kann, gibt es einiges zu beachten was die Vorbereitung auf die Magenspiegelung und diese selbst angeht. Falls jemand von Euch noch weitere Informationen oder Tipps erhalten will, oder auch selbst von seiner Erfahrung erzählen möchte, würde ich mich sehr über Eure Kommentare freuen.

(Alex)

Leser Kommentare

  1. JürgenHugo |

    Naja: „Schlauch im Mund ist besser als Schlauch im Po“ – das mag wohl so sein…

    Aber richtig doll ist das auch nicht… 😕

    ICH bin 2009 hingefallen: Oberschenkelhalsbruch, 2 OPs, 2 Monate alles an Krücken, die Spritzen… – ach was, guckt doch hier:

    http://aurum2rivi.wordpress.com/2011/06/22/die-3-schrauben/

    „Blutrünstige“ Geschichten kann Hugo auch… :mrgreen:

  2. Carsten |

    Hallo Alex,

    ich hoffe du hast Deine gut ueberstanden. Ich ebenfalls noch nicht und wenn ich das so lesen, bin ich auch froh drum.

    mfgcb

  3. Andersreisender |

    *mjam* so eine Untersuchung hatte ich auch schon zweimal. 🙁 Du schreibst, dass man den Schlauch auch durch die Nase einführen kann. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das wirklich angenehmer ist…

  4. Alex |

    Hi JürgenHugo, Carsten und Andersreisender

    – JürgenHugo, du hast gewonnen. Mit deinen 3 Schrauben kann ich definitiv und Gott sei Dank nicht mithalen. Ich hoffe nun ist wieder alles im Lot und das Becken sitzt?

    – Carsten, ja die Untersuchung verlief positiv. Nichts gefunden was nicht dahin gehört! 😉 Aber so dramatisch ist es auch nicht. Ich konnte die Durch-die-Nase-Variante wählen und muss sagen – ok, angenehm ist es nicht – das war doch ganz ok für ein Livestream aus Speiseröhre, Magen und Und Zwölffingerdarm. 😉

    – Andersreisender, schon zwei Mal. Na dann hoffe ich, dass das Resultat auch bei dir ok war? Und mit der Nasen-Variante bei der Gastroskopie… ich hatte bislang nur eine und die ging durch die Nase, aber wirklich unangenehm war es nicht.

    Beste Grüße Euch allen und bleibt gesund, Alex

  5. JürgenHugo |

    Das ist NICHT im/am Becken, sondern „oben am Oberschenkel“. Tja, alles in Ordnung -soweit schon:

    – ich bin immer noch recht vorsichtig, wenn ich die Treppe runter (nicht rauf) gehe und halte mich am Geländer fest – obwohhl ich nicht da hingefallen bin.

    – die Schrauben sind noch im Bein, sie sollten ei-lich Mitte 2010 raus – ich trau mich aber nicht… 🙁 ich habe aber „meine“ Frau Doppel-Dr. gefragt, ob das gefährlich sein kann. Da sie ja Mikrobiologin ist, hat sie wiederum einen Chirurgen im Hamburger EKH „angezapft“ – ich als Laie kriege solche Auskünfte ja nicht so leicht.

    Fazit: vom Material her (das ist ein spezielles Titan) wohl kein Problem. Laufen kann ich wieder ziemlich normal – ich paß halt mehr auf, das andere Bein will ich mir nicht auch noch brechen… :mrgreen:

    Über 2 Monate ALLES auf Krücken und/oder auf dem „guten“ Bein hüpfen, das iat nicht so doll…

  6. Andersreisender |

    @Alex: Naja…habe etwas Probleme mit dem Magen (Sodbrennen). Leider…

  7. JürgenHugo |

    Gut, das ich heute KEINEN Schlauch geschluckt habe, sondern ein normales Mittagessen… 😛

  8. DasBo |

    Mein Arzt hat neulich – nicht zuletzt, weil es mich durch Offenesblog interessiert hat – mal nachgeschaut: Bei ihm hatte ich bis zum heutigen Zeitpunkt genau 71 Magenspiegelungen. Mir wurde selbst etwas blümerant bei dem Gedanken.

    Allerdings muss ich auch hier sagen: Die Technik hat in den letzten 20 Jahren riesige Fortschritte zu unseren Gunsten gemacht. Die frühen Endoskope konnten immer nur stückweise weitergeschoben werden – entgegen der landläufigen Meinung musste man aber niemals „den Schlauch schlucken“, auch wenn noch so viele immer gerne davon erzählen ;o) Ein guter Untersucher ist schon durch die Kehle, bevor der Schluck- und Würgereiz richtig auslöst, ohne dass es drückt.

    Auch ist die Beschichtung der Endoskope mittlerweile so glatt, dass sie einfach „durchflutschen“, und wenn man auch noch so vehement schlucken muss – vor Jahren konnte es dann durchaus mal wehtun wenn das Endoskop gerade „in Bewegung“ war, mittlerweile rutscht es einfach weiter.

    Unangenehm finde ich nach wie vor nur den Teil der Untersuchung, in dem der Arzt die Schließfunktion des Magenausgangs testet – dafür muss er einfach ein paarmal hin und her, was jedesmal mit Gewürge einhergeht. Aber: Wenn der Tränenfluss noch funktioniert (dagegen ist kaum was zu machen), ist es ein gutes neurologisches Zeichen =)

    Insgesamt gibt es bei einer Magenspiegelung noch weniger Gründe, sie aus Sorge vor unangenehmen Erlebnissen vor sich her zu schieben, als bei eier Darmspiegelung. Der Würgereiz ist fies, aber die Ganze Geschichte ist in fünf Minuten vorbei und hinterher darf man sich sofort wieder seines Lebens freuen. Wobei man wegen der Rachenbetäubung – ein nach Banane schmeckendes, etwas kratziges Halsspray – leider mit dem Essen zwischen 30 und 45 Minuten warten muss (der Arzt sagt die genaue Zeit), obwohl ja schon das Frühstück ausfallen musste.

    Hallo Alex! Hatte ja von meinen unangenehmen Bronchoskopie-Erfahrungen durch die Nase erzählt, deswegen stelle ich mir eine Magenspiegelung auf dem Weg sehr unangenehm vor =/ Aber natürlich hast du Recht, wahrscheinlich sind die Endoskope in den letzten 20 Jahren auch einfach um Faktor X dünner geworden =)

  9. steffie |

    was gibts denn für narkosenmöglichkeiten?

  10. DasBo |

    dir wird in jedem fall eine kleine schlafnarkose angeboten, oft dormicum oder ähnliches. dann bekommst du nichts von der sache mit und verschläfst die 5-8 minuten einfach. der rest des tages kann dann ein bisschen „dizzy“ sein. habe ich nur ein einzigesmal gemacht weil der arzt damit gerechnet hatte während der untersuchung kleinere eingriffe vornehmen zu müssen, die die prozedur verlängert hätten.

  11. Alex |

    Hi DasBo und steffie

    – DasBo, danke dir für deine letzten beiden Kommentare. 71 Magenspiegelungen sind schon happig. Ich hatte bislang mit zwei genug, wobei auch bei mir der Tränenfluss einwandfrei funktioniert! 😉
    Eine davon durch den Mund, die andere durch die Nase wobei letztere weit angenehmer war. Danke auch für deine Antwort auf steffies Frage hin.

    – Hi steffie, Willkommen auf offenesblog.de!
    Ich kann die Antwort hier drüber nur bestätigen. Dormicum wird es wohl sein und dann verschläfst die Untersuchung. Ich selbst habe es ohne Betäubung gemacht, da man anschließend gleich wieder entlassen wird und auch selbst Autofahren kann. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Drücke dir feste die Daumen und wünsche nur das Beste!

  12. brigitte |

    ich muss mir auch eine Gastroskopie machen lassen, habe natürlich schreckliche Angst. Ich habe in einer Gastroenterologischen Praxis gearbeitet, kurz nach der Wende in Dresden.
    Zu DDR Zeiten musste ich das Schlauch schlucken, um Gallensaft nach einer Hepatitis untersuchen zu lassen. Durch den Mund bekam man ihn nicht hinein, da ich mich entsetzlich wehrte, also durch die Nase……. aber später ging die Sonde nicht mehr durch die Nase heraus, sondern musste durch den Rachen mit einer Pinzette gefasst werden und dann durch den Mund herausgezogen werden. Einfach nur schrecklich damals. Deshalb ist meine Angst sicherlich verständlich. Deshalb lass ich mir auch eine Kurznarkose geben.

  13. Alex |

    Hi Brigitte

    In all den Jahren hat sich die Medizin weiterentwickelt. Die Methoden werden besser, auch wenn es natürlich weiterhin nicht angenehm ist. Ich habe es ohne Narkose geschafft, aber das muss jeder für sich wissen.
    Da du dich aber für die Kurznarkose entschieden hast, wirst du ja nichts davon mitbekommen und musst daher nichts befürchten.

    Ich drücke dir alle Daumen!!!

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