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10th
JAN

Münster: Ausflug nach Essen zur Zeche Zollverein

Abgelegt unter Reisen

Hiermit folgt nun der dritte und letzte Teil der dieswöchigen Münster-Reihe. Zum Abschluss der tollen Seminarfahrt ging es zum UNESCO Welterbe Zollverein, vielen wohl nur unter dem Begriff Zeche Zollverein bekannt. Vorab sei schon mal gesagt, dass jeder der noch nicht dort gewesen sein sollte, die Zeche unbedingt besuchen sollte.

Zeche Zollverein abends
Zeche Zollverein abends – Wikipedia

Die Führung

Am Vormittag bekamen wir eine Führung, die im Hauptgebäude startete, welches sich über die lange, orangefarbene Rolltreppe erreichen lässt. Oben angekommen gibt es das Informationszentrum mit einem angeschlossenen Café. Für alle die Ihre Jacken und Taschen verstauen wollen, gibt es auch entsprechende Aufbewahrungsorte. Deutsche Gründlichkeit halt.

Begonnen hatten wir die Führung dann auf der aktuellen Etage und es gab die ersten beeindruckenden Maschinen zu sehen. Zuerst einmal wurde aber erklärt wie die Zeche entstanden ist, warum man damals aus mehreren Kokereien nur noch eine machte und wie die Kohle der verschiedenen Zechen angeliefert wurde. Von dem Model aus durften wir uns dann zwischen Förderbändern und großen metallischen Ungetümen in Richtung Aufzug bewegen – es ging nämlich aufs Dach. Wie hoch wir wirklich waren, kann ich zwar nicht mehr sagen, aber für meine Verhältnisse war es zu hoch!

Überblick

Von hier hat man einen sehr guten Überblick auf die Region. Man kann Bochum, Dortmund, die angrenzende Kokerei und natürlich den Förderturm sehr gut sehen. Uns wurde erklärt wo welche Förderorte waren und welcher Untertagebau wieviel Kohle zu Tage gefördert hatte. Die einzelnen Schachtanlagen förderten circa 8000 Tonnen Kohle am Tag. Und als man 1928 beschloss, das Ganze mit einer Zentralförderanlage zu verbessern, wurde der heute als Zeche Zollverein bekannte Schacht 12 gebaut. Dieser förderte bei Fertigstellung 12000 Tonnen Kohle am Tag, was mehr entsprach, als was alle vier Anlagen mit ihren 11 Schächten zusammen gefördert hatten. Eine beeindruckende Leistung.

Um nicht all zu viel zu verraten, will ich Euch nur sagen, dass die Führung nun dem Weg der Kohle gefolgt ist. Vom Dach über die verschiedenen Wasch- und Sortieranlagen bis hinunter zu den Wagons wo die Steinkohle verladen wurde. Von hier aus ging es dann zur angrenzenden Kokerei oder anderen Industriezweigen. Ein wirklich beeindruckender Weg der sich am besten mit Bildern beschreiben lässt.

Mittagessen

Man könnte glauben, dass wir nur gut gegessen hatten. Was sicherlich auch zum Teil stimmen mag, aber das Restaurant die kokerei ist wirklich gut und möchte es daher unbedingt erwähnen. Dort kann man sich nach dem Spaziergang von der Zeche zur Kokerei mit Erfrischungsgetränken und leckerem Essen stärken. Denn neben dem Restaurantbetrieb, kann über das Jahr verteilt an verschiedenen Veranstaltung teilgenommen werden. Infos dazu gibt es auf der Webseite des Restaurants.

Das Museum

Museum

Das Museum ist wirklich super und riesengroß! Über eine ebenfalls in orange gehaltene Treppe geht es drei Stockwerke tief hinab zum Grund des Kohleüberlaufbunkers der Kohlenwäsche. Über eine umfangreiche Sammlung aus den Bereichen Geologie, Archäologie, Geschichte und Fotografie gibt es sehr viel zu bewundern.

Ausstellung

Auf einer Etage gab es die Ausstellung einer Fotografin die Menschen in den Vororten des Ruhrgebietes fotografiert hatte – so wie sie leben und wohnen. Komisch war, dass mich die Bilder an meine eigene Jugend erinnert haben, welches den 80ern entspricht. Jedoch stammen die gezeigten Bilder aus dem Jahr 2010. Aber so ist es wohl nun mal, das Ruhrgebiet. Es gibt so viel zu sehen, dass man dies hier im Artikel gar nicht alles aufzählen kann. Mir bleibt nur zu sagen, dass es wirklich beeindruckend war und immer sein wird.

Der Weg durch die Epochen, die Zeit der Dinosaurier, der Steinzeit und über die Entwicklung der Kohleproduktion bis in die heutige Zeit. Die verschiedenen Auswirkungen der beiden Weltkriege und andere großen Ereignisse der Weltgeschichte. Ein Besuch ist einfach unumgänglich und keiner sollte den Weg scheuen sich diesen wunderbaren Ort deutscher Geschichte anzusehen.

Mehr Informationen gibt es auf der Webseite des Museums der Zeche Zollverein.

Abschluss

Der Ausflug nach Essen hatte sich gelohnt. Die Zeche ist ein beeindruckendes Bauwerk, die Kokerei mit ihren großen Schlöten und den riesigen Bauten ein Wahnsinn. Wenn man als kleiner Mensch danebensteht, merkt man, dass man wirklich nur ein kleiner Teil des großen Ganzen ist. Es ist wirklich beeindruckend, welche Leistungen von den Menschen damals erbracht wurden, um all das aufzubauen und zu betreiben. Mir hat der Tag jedenfalls sehr gut gefallen und ich werde mit hundertprozentiger Sicherheit wiederkommen, zur Zeche Zollverein!

(Carsten)

Leser Kommentare

  1. Alex |

    Hi Carsten

    Danke dir für diese Münster-Themenwoche. Hat Spaß gemacht, interessant mal einen Einblick zu bekommen, wo man selbst noch nicht war und so lernt man doch noch einiges dazu, da deine Artikel auch stets informativ sind. Danke dafür und dir und allen anderen hier drin noch ein baldiges und angenehmes Wochenende!

  2. Carsten |

    Guten Morgen Alex,

    Ich möchte mich bei Dir auch ganz herzlich bedanken, dass Du mir die Gelegenheit gibst, meine Erfahrungen hier mit euch zu teilen. Danke Alex!
    Ein toller Blog der schon viele Jahre besteht und den ich immer gerne lese, auch wenn ich viel zu wenig Kommentare schreibe . DANKE!

    Auch Dir und allen anderen ein tolles Wochenende!

  3. Alex |

    Hi Carsten

    Nichts zu danken. Ich danke dir. Es ist eben das offene Blog und somit eben auch offen für solche Gelegenheiten, seine Erfahrungen mit anderen zu teilen! 🙂

  4. Andersreisen |

    Wow – hört sich super spannend an. Bergwerke begeistern mich schon immer. Aber es ist schon lange her, dass ich das letzte Mal eines besucht habe. Wird mal wieder Zeit! Mal sehen, ob es mich in nächster Zeit auch Richtung Münster verschlägt, derzeit ist noch nichts geplant.

  5. Carsten |

    Hallo Gerhard

    ja es war super interessant und spannend. Wir hatten ja auch einen Zeitzeugen als Führer. Er hat gesagt, er wollte immer selber in den Berg einfahren, hat sich dann aber doch für die Berufsfeuerwehr entschieden und hat viele Jahre in der Werksfeuerwehr gearbeitet.

  6. Richard |

    Hey Alex,

    Danke für tollen Beitrag und schöne Bilder! Man sieht gleich Du hast dir sehr viel Mühe gegeben! Weiter so 😉

    Beste Grüße
    Richard

  7. Alex |

    Richard, das ist Carstens „Baby“. 😉

  8. Carsten |

    Hallo Richard,

    danke. Sind alle mit dem iPhone 5 gemacht.

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