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6th
FEB

Vom Sinn und Unsinn der Pflicht zur Schneeräumung

Abgelegt unter Um/Fragen

Die letzten Tage und Wochen war es schneereich. Was optisch zwar wunderschön aussieht, bringt den einen oder anderen allerdings auch auf die Palme. Der Weg zur Arbeit wird zum Risiko. Der Gehweg oder die Garageneinfahrt des Hauses muss freigeräumt werden. Und ob man will oder nicht, die Verkehrssicherungspflicht zwingt einen dazu.

Räum- und Streupflicht
Die Räum- und Streupflicht ist eine Verkehrssicherungspflicht bei Schnee und Glätte auf Straßen und Wegen zur Vermeidung von Unfällen.

Verantwortung und Haftung
Die Räum- und Streupflicht obliegt dem Grundstückseigentümer, bei öffentlichen Straßen dem Träger der Straßenbaulast. Die Räum- und Streupflicht für öffentliche Gehwege wird üblicherweise – etwa durch kommunale Satzung – auf die privaten Anlieger der Straße übertragen. Diese übertragen die Pflicht wiederum häufig auf die Mieter der Grundstücke.

Wird die Räumpflicht schuldhaft nicht beachtet, haftet der Pflichtige unter Umständen für die Folgen von daraus resultierenden Unfällen. Man spricht dann von einem Verstoß gegen die ihm obliegende Verkehrssicherungspflicht. In diesen Fällen kommt eine zivilrechtliche Haftung aus § 823 Abs.1 BGB in Betracht.

Schneeräumung in Deutschland
In Deutschland ist die Pflicht zur Schneeräumung regional unterschiedlich geregelt. In der Regel beginnt sie werktags um 7:00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen um 9:00 Uhr und endet um 20:00 Uhr.
(Quelle: Wikipedia)

Soviel zu den Pflichten der Bürger, wenn vor der Tür Schnee liegt.

Ist es draußen weiß und man macht einen Spaziergang, oder sieht Leute die mit ihren Hunden vor die Tür müssen, zeigt sich allerdings sehr oft das gleiche Bild: Der Bürgersteig wird gemieden und die Leute gehen auf dem Schnee an der Seite der Straße. Wieso?

Verschneiter Gehweg

Weil es sich trotz Räumungspflicht eben doch meist auf festem Schnee besser geht, als auf dem frei geschippten Fußweg.

Nicht selten wird nämlich nur auf die Schnelle der Schnee geräumt um nach außen hin so zu erscheinen, dass man seinen Pflichten nachgekommen ist. Doch der Schein trügt, wie uns folgendes Foto zeigt:

Vereister Gehweg

Hier wurde zwar der Schnee entfernt, doch anstelle – wie drüber – einen verschneiten Gehweg zu haben, hat der Fußgänger es nun mit einem vereisten Untergrund zu tun.

Denn wer es gut meint und nur den Schnee räumt, der hat spätestens über Nacht einen spiegelglatten Untergrund. Denn ohne Salz zieht der kalte Boden an und falls sich noch Wasser vom Schnee hinzugesellt, wird es schnell zur Rutschpartie. Daher gilt der Satz, der wohl bei (fast) allem im Leben passt:
Wenn man etwas macht, dann sollte man es auch ordentlich machen!

Sprich: Macht es gleich richtig, räumt den Gehweg UND streut anschließend mit Salz. Denn so hält man sich an die Verkehrssicherungspflicht und hinterlässt für seine Mitmenschen und für sich selbst den bestmöglichen Weg.

Denn wie schon in der Überschrift steht – die Pflicht zur Schneeräumung macht Sinn. Unsinn hingegen ist das Alibi-Schneeschippen ohne sich auch an die Streupflicht zu halten. So nämlich, wird der Spaziergang über den Bürgersteig noch gefährlicher, als wenn man diesen mit Schnee bedeckt ließe.

Wie handhabt Ihr es mit der Räum- und Streupflicht? Und fiel es auch Euch schon auf, dass wenn man den Gehweg freimacht, die meisten Spaziergänger dennoch den festen Schnee unter Ihren Schuhen suchen?

(Alex)

Leser Kommentare

  1. Herr Hugo |

    Haah! Haah! Haah! Ich brauche keinen Schnee räumen 😛 ich brauche nur zu frieren 😥 wenn ich aus dem Haus gehe (wenns richtig kalt ist, natürlich nur bei absolutem Bedarf)

    Das macht bei uns der Hausmeister – wenn viel, mit so´nem kleinen Trecker.

  2. TmoWizard |

    Hallöchen Alex,

    das Spielchen kenne ich nur zu gut! Ich war früher mal (bei meiner ersten Wohnung) Hausmeister und natürlich auch zum Räumen und Streuen verpflichtet, auch wenn ich das für Unfug hielt und halte. Mir ist bis heute niemand bekannt, der auf Schnee ausgerutscht ist.

    Nun habe ich derzeit einen Hund (Labrador-Collie-Mischling) in Pflege und sehe mich in meiner Meinung eindeutig bestätigt: Schneeräumen ist gefährlich! Ich habe wirklich gutes Schuhwerk, auf Eis nützt das aber mal gar nichts. Im Park laufe ich deswegen meistens gleich auf der Wiese, da rutsche ich mit dem Hund an der Leine wenigstens nicht aus, wenn er mal wieder kräftig daran zieht!

    Mit 33 Kg ist Lucky nicht gerade als schwächlich zu bezeichnen, da steckt schon ordentlich Power dahinter. Außerdem hat er „Allrad-Antrieb“ und ist voll geländegängig, was ich von mir irgendwie nicht behaupten kann! 😉 Im Schnee geht das relativ problemlos, auf den nur teilweise gestreuten Wegen wird das aber echt zum Problem.

    Noch schlimmer wird es, wenn ich mal in die Stadt gehen will oder muß. Von Augsburg/Firnhaberau aus geht das nur über den Lech, aber auf den Brücken werden die Fußwege nur notdürftig gestreut. Mit dem Rad ist es noch schlimmer, denn die Radwege sind meisten vom Schnee der Straßen und Gehwege verschüttet. Einziger Ausweg ist dann die Straße, denn auf dem Fußweg darf man bei vorhandenem Radweg nicht fahren! Gesetzlich verordneter Selbstmord nenne ich das, denn beide Brücken in meiner Nähe sind Hauptverkehrsstraßen!

    Viele sturzfreie Grüße aus TmoWizard’s Castle zu Augsburg

    Mike, TmoWizard

  3. Thomas |

    Die 3 Krümel die es in Hamburg schneit braucht man nicht zu räumen…. da reichts wenn einer mit ner Plastiktüte vorbei geht und der Schnee ist weg…. 🙂

  4. Alex |

    Hi Herr Hugo, TmoWizard und Thomas

    – Herr Hugo, na dann Füße hoch. Du hast es ja dann wohl am besten getroffen. 🙂

    – TmoWizard, interessant auch einmal die Sicht eines ehemaligen Hausmeisters dazu zu lesen. Und wie ich sehe, überschneiden sich unsere Meinungen ja definitiv, was das Thema angeht.

    – Thomas, na ab und an werden es schon mehr als 3 Krümel da oben sein, nee?

    Sturzfreie Woche Euch allen.

  5. Herr Hugo |

    Vor Jahrenden habe ich in Polen mal einem Bekannten geholfen, Schnee vor der Einfahrt wegzuräumen – die Hilfe war aber kontrproduktiv –

    mit meinen „Bärenkräften“ hab´ ich den Schaufelstiel durchgebrochen… 😥

  6. Alex |

    Herr Hugo,

    kein Grund für einen traurigen Smiley. Es lag an der schlechten Schaufel, nicht an dir! 😉

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