Der Quantensprung: eine geringe Zustandsänderung oder ein großer Sprung?

Der Quantensprung.

Der allgemeine Sprachgebrauch versteht unter einem Quantensprung einen durch eine Entdeckung, Idee oder Erfindung hervorgerufenen ungewöhnlich großen Fortschritt in einem bestimmten Bereich. Damit widerspricht diese Verwendung der ursprünglichen physikalischen Bedeutung. Somit handelt es sich um ein sogenanntes Januswort (Autoantonym), welches gegensätzliche Bedeutungen hat.
(Quelle: Wikipedia)

So wie ich es verstehe, ist der Quantensprung in der Physik nur eine geringe Zustandsveränderung. Im Alltäglichen aber, wird er gerne benutzt um etwas Großes zu vermitteln, einen plötzlichen Fortschritt.

Passend zum Thema gibt es einen interessanten Artikel (aus dem Jahre 2008) – Ein echter Quantensprung für Besserwisser, aus dem ich zitieren möchte:

Vereinfacht ist der Quantensprung ein Übergang von einem Zustand in einen anderen, ohne dass dabei irgendwelche Zwischenzustände angenommen werden. Es handelt sich in der Wahrnehmung um keine kontinuierliche Entwicklung von A nach B, sondern um eine sprunghafte.

Die Metapher vom Quantensprung ergibt also sprachlich durchaus Sinn, wenn ein „plötzlicher“ Fortschritt beschrieben wird, bei dem Zwischenschritte scheinbar ausgelassen wurden. Für das Bild ist nicht relevant, wie „groß“ die Änderung ist, sondern, dass sie ohne die normalerweise erwarteten Zwischenstufen erfolgte.

Aber was sagt uns das nun alles über den oft benutzten und zitierten Quantensprung?

Am Besten sollte man es vielleicht so halten, wie es auch die heutige Physik mit dem Quantensprung hält. Denn in der physikalischen Fachsprache wird der Quantensprung heutzutage kaum noch benutzt, vielmehr spricht man von Übergängen.

In diesem Sinne… ich lasse den Quantensprung dann einfach mal Quantensprung sein und werde in Zukunft auf andere Wörter zurückgreifen, wenn es um kleine Veränderungen oder eben auch um große Sprünge geht.

(Alex)

2 Comments

  1. JACQUELINE said:

    Übergang oder Quantensprung ist beispielsweise der „Tod“, in dem aus dem Momentum ein neuer Zustand entsteht. Quanten sind ja Miniaturen von Objekten und wenn die springen, dann verändern sie ihre Vibrationsfrequenz. Natürlich gibt es immer einen Weg von A nach B – selbiger ist nur mehr oder weniger wahrnehmbar. Wenn wir von einer raumzeitlosen Realität ausgehen, dann kann B problemlos „zeitgleich“ mit A erscheinen und die Wissenschaftler von einem Sprung reden lassen. Der im Sprachgebrauch assoziierte Sprung ist in meinem Verständnis die Überlagerung vieler kleiner Quantensprünge (wenn man mit der Lupe und einem abstrakten Weltverständnis draufschaut), die dann zu für den Einzelnen als grosser Schritt wahrnehmbar werden. Wenn sich also die komplexen biochemischen und feinstofflichen Prozesse eines Menschenlebens fortwährend entwickeln, dann bereiten sie sich langsam aber sicher auf den Übergang in die nächste Phase – die körperlose Existenz (der Tod des menschlichen Körpers) vor, ohne das das unbedingt bewusst (weder vom Betroffenen noch von seinem Umfeld wahrgenommen werden muss / kann).

    ein spannendes Thema :)

    27. Dezember 2015
  2. Alex said:

    Hi Jacqueline

    Zuerst einmal herzlich Willkommen hier auf offenesblog.de und danke für deinen Beitrag zum Thema.
    Ein weiterer interessanter Aspekt zum Thema Quantensprung.

    Jetzt aber wünsche ich dir erst einmal einen guten Sprung ins Jahr 2016, denn der Tod kann und soll gerne erst einmal warten! ;)

    29. Dezember 2015

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