Eine Geschichte voller Missverständnisse

[Gastartikel]

Nicht selten ist es so, dass die Deutung einer Formulierung stark von der momentanen Situation abhängt. Man selber macht sich aber zum Zeitpunkt der Aussage oft gar keine Gedanken darüber, dass diese eventuell auch falsch verstanden werden könnte.

Ein paar kurze Beispiele zeigen, wie man sich schnell in eine Situation reinreiten kann, die dann vielleicht weiterer Erklärung bedarf, um alles etwas zu relativieren bzw. wieder zurechtzurücken.

So gab es mal im Radio wohl einen der bekanntesten Formulierungsfehlgriffe, als der Sportmoderator im begeisterten Ton vermeldete:

“Tausende standen an Hängen und Pisten.”

Gut, wenn man es geschrieben sieht, fällt einem vielleicht spontan nichts Ungewöhnliches auf. Aber rein auditiv kann es schnell zu einem falschen Bild im Kopf des Zuhörers führen.

Ein ähliches Beispiel gab es in einem Western. Man stelle sich eine typische Szene vor, in der einer der Protagonisten die Gegenseite mit folgenden “beeindruckenden Worten” warnt:

Holt ihn raus und Ihr werdet ihn hängen sehen!

Nun, auch hier würde man wohl beim Betrachten der Film-Szene keine verbalen Auffälligkeiten feststellen. Klar, es ist ja auch eine eindeutige Warnung des Sheriffs gegenüber der potentiellen Befreier des Gefängnis-Insassen. Doch wenn man sich diese Gefängnisszene wegdenkt, könnte es von der angesprochenen Gruppe auch ganz anders verstanden werden. Die Spannung wäre damit definitiv im Eimer.

Auch die Aussage von Michelle Hunziker bei Thomas Gottschalks letzter Wetten dass…? – Sendung hätte vielleicht eine ganz andere Wirkung,

Jeder hat deine Würstchen gesehen.

wenn sie nicht kurz darauf ein Glas Bockwürstchen gezeigt hätte. Gelacht wurde trotzdem. Zur Erklärung: Gottschalk hatte wohl immer Bockwürstchen in seiner Garderobe.

Mich würde mal interessieren, ob ihr ähnliche, unbedachte Äußerungen kennt oder eventuell auch selber schonmal verbal ins Fettnäpfchen getreten seid?

(Stephan)

5 Comments

  1. Sven said:

    Okay, ich verstehe worauf du hinaus willst, aber deswegen ist es ja so wichtig, diese Formulierungen immer in ihren Zusammenhang zu sehen. Das mit dem Sportmoderator ist natürlich sehr unglücklich, denn da habe ich kein Bild vor meinen Augen und kann mir im Kopf alles mögliche ausmalen ;-)

    15. Dezember 2011
  2. Alex said:

    Hi Sven

    Worauf er hinaus will, muss uns Stephan selbst sagen. Ist nämlich ein Gastartikel von “stephans-leuchtfeuer”! ;)
    Aber ja, nicht schlecht so unglückliche und mehrfach auslegbare Aussagen! :D

    Gruß an alle und nochmals einen Dank an unseren bisher fleißigsten Gastautor,

    Alex

    15. Dezember 2011
  3. Stephan said:

    Ja, worauf will ich eigentlich hinaus?
    Ich bin einfach ein Freund von Situationskomik, worunter ich im Artikel Beschriebenes auch einordne. Und mich interessiert, ob ihr ähnliche (bessere) Beispiele kennt.

    15. Dezember 2011
  4. Sascha said:

    Schön auch, wenn im Streit die Worte fallen “Sei, froh, dass du mich hast / hasst” ;)

    15. Dezember 2011
  5. Alex said:

    “Mein Mann is(s)t ein Schwein!”

    16. Dezember 2011

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