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28th
APR

Die Blogoldies: gesichtet.net

Abgelegt unter Die Blogoldies

Hallo,

mein Name ist Sascha – und ich bin ein ehemaliger Blogger. Manche von euch, die schon länger dabei sind, kennen mich und meinen Blog gesichtet.net vielleicht noch.

Mit dem Bloggen begonnen habe ich – wenn ich mich recht erinnere – irgendwann 2006, damals noch bei einem Free-Hoster und der gratis Domain gesichtet.de.vu. Diese .de.vu-Domains waren damals ziemlich populär, eben weil man sie kostenlos haben konnte. Ideal, um einfach mal unverbindlich zu testen, ob mir dieses damals erst drei Jahre junge System namens WordPress und das allgemeine Thema Bloggen überhaupt Spaß macht.

Und was soll ich sagen? Mir hat es Spaß gemacht! Ich hatte allerdings auch eine gute Motivation. Da ich bereits vor meiner Blog-Zeit in einem durchaus populären Forum für ein Onlinegame als Mod und Admin aktiv war, hatte ich das Glück, beim Launch des Blogs direkt einige treue Leser und Kommentarschreiber zu haben. Und jeder Blogger weiß, dass man sich über Kommentare eben einfach tierisch freut und diese die Motivation zum Schreiben enorm anheben können. Mein altes Argument: wenn einem die Kommentare als Blogger egal wären, müsste man seine Beiträge ja nicht im Internet veröffentlichen. Dann könnte man die auch einfach für sich in Word schreiben – oder ganz oldschool handschriftlich in ein Tagebuch niederschreiben.

Jedenfalls merkte ich irgendwann, dass ich richtig Bock auf das Bloggen hatte. Andererseits stieß ich bei meinem Hoster an technische Grenzen und die .de.vu Domain gefiel mir nicht mehr. Es wurde Zeit, den Blog auf die nächste Stufe zu heben. Das hieß, ich war bereit, ein paar Euro in einen normalen Hoster und eine „richtige“ Domain zu investieren. Leider war gesichtet.de nicht mehr frei, so dass ich schließlich auf gesichtet.net als Domain auswich. Das war im Oktober 2008.

gesichtet.net

Danach ging es spürbar bergauf. Ich vernetzte mich immer mehr in der Blogosphäre, auch über Twitter wurden damals zahlreiche interessante Kontakte geknüpft. Man kommentierte gegenseitig auf den Blogs, nahm an den zahlreichen Blog-Paraden teil und teilte einfach das, was einem wichtig war. Ich gehörte zu denjenigen, die die anderen Blogs immer im Feed-Reader abonnierten, so dass ich neue Artikel auf den anderen abonnierten Blogs nie übersah.

Irgendwann hatte ich zwischendurch dann auch mal meine 5 Minuten Internet-Bekanntheit. Ich hatte schon an so manchen Blog-Paraden teilgenommen und auch schon selbst einige veranstaltet. Irgendwann kam mir die Idee, dass man doch alle Blogger mal auf einer Weltkarte markieren könnte. Dann könnte man schauen, welche Blogger vielleicht ganz aus der Nähe oder gar der gleichen Stadt kommen, um dann auch deren Blogs zu lesen oder vielleicht sogar echte Kontakte zu knüpfen – im „real life und so“. ;)

Ausgehend von den bis dahin gesammelten Erfahrungen mit Blog-Paraden sagte ich mir, wenn da 20 oder sogar 30 Blogger mitmachen, wäre das schon ein toller Erfolg. Tja, was soll ich sagen? Die Marke von 30 Bloggern war ruck zuck geknackt. Plötzlich waren es 100, dann 200, 300 usw. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele das zum Schluss waren. Das Feedback war jedenfalls gigantisch. Und da all die Teilnehmer auf ihren Blogs darauf hinwiesen, dass sie an der Aktion teilgenommen hatten, verbreitete sich die Aktion wie ein Lauffeuer.

Irgendwann wurde auch auf Onlinemedien abseits von Blogs darüber berichtet. Irgendwo wurde die Aktion sogar mal in einem kurzen Artikel auf Spiegel Online (oder war es Focus?) erwähnt. War natürlich super. Hat aber auch eine Menge Arbeit gemacht, da ich die ganzen Teilnehmer teilweise händisch in die Karte eintragen musste. Heutzutage würde eine solche Aktion aber wahrscheinlich bei vielen schon aus Datenschutzgründen scheitern. :D

Jedenfalls gab diese Aktion dem Blog 2010 noch mal einen ordentlichen, zusätzlichen Schub. Plötzlich gehörte das Blog für einige Zeit – ich glaube, das war 2011 – laut der Seite Blogcharts zu den 200 am häufigsten gelesenen Blogs in Deutschland. Immer wieder kamen neue Kommentatoren hinzu, alte blieben mir Gott sei Dank auch treu. Das war eine tolle, eine schöne Zeit.

Zumal sich unter den Bloggern halt auch wirklich eine richtige Gemeinschaft formte. Man interessierte sich für das, was die anderen auf ihren Blogs schrieben und nahm so ein Stück weit an ihren Leben teil, tröstete, wenn jemand traurig war, baute auf, wenn jemand am Boden lag, beglückwünschte, wenn jemand irgendeinen Erfolg hatte. Teilweise wurden sogar Spendenaktionen ins Leben gerufen, wenn jemand finanzielle Probleme hatte. Oder alle schickten einer fremden Person Postkarten, weil die Person an dem Tag Geburtstag hatte und der Blogger dieser Person mit Hilfe der anderen Blogger auf die Weise ein Freude machen wollte (und konnte!).

Bei all der Schwärmerei von diesen „guten, alten Zeiten“ steht natürlich unweigerlich die Frage im Raum, warum ich dann damit aufgehört habe. Und so simpel die Frage ist, so schwierig ist es doch, darauf eine Antwort zu finden. Weil es DEN EINEN Grund nicht gegeben hatte. Vielmehr war es – zumindest bei mir – ein schleichender Prozess, innerhalb dessen sich mehrere Gründe ergaben.

Zum einen ist da vor allem mein Beruf. In dem ging es damals auch irgendwann weiter nach oben. Das ist einerseits schön, vor allem, weil ich damit mein Hobby zum Beruf machen konnte, wofür ich jeden Tag dankbar bin. Andererseits geht damit natürlich mehr Verantwortung einher, was sich auch darin äußerte, dass ich plötzlich deutlich weniger Zeit hatte als vorher. Und wenn man den ganzen Tag schon viel am PC gearbeitet hatte oder es später wurde, weil noch irgendwelche Mitarbeitergespräche oder Meetings länger als geplant dauerten, dann war bei mir abends nicht mehr so viel Verlangen da, mich auch zuhause noch mal an den Rechner zu setzen.

Hinzu kam, dass mir auch so ein Stück weit die Themen ausgingen. Naja, das ist eigentlich falsch ausgedrückt. Themen hatte ich genug im Kopf, teilweise habe ich die sogar mit Stichworten aufgeschrieben, in der Absicht, sie dann irgendwann später – zum Beispiel im Urlaub – dann auf dem Blog zu „verarbeiten“. Aber irgendwie fehlte mir dann doch die Motivation dazu. Der Name des Blogs „gesichtet“ kommt ja nicht von ungefähr, sondern da hatte ich mir schon gewisse Gedanken zu gemacht. So wie die meisten von uns ja sicherlich irgendeine Verbindung oder einen Grund für den Namen ihres Blogs haben werden.

Auf gesichtet.net sollte es interessante oder skurrile Fundstücke aus dem Internet geben. Eben das, was ich irgendwo „gesichtet“ hatte. In den Anfangszeiten des Blogs hatte das auch super funktioniert. Aber je stärker die sozialen Netze wurden, desto uninteressanter schien es mir, ein Fundstück jetzt noch mal separat auf meinem Blog zu präsentieren. Zum einen verbreiteten sich viele interessante oder lustige Fundstücke eh rasend schnell über Facebook, WhatsApp & Co., so dass viele Leser diese Fundstücke bis zum Veröffentlichen des Textes schon gekannt hätten. Und zum anderen war ich mir nie sicher, ob es überhaupt Sinn macht, irgendetwas mit meinen Worten vorzustellen oder zu beschreiben, was man auch einfach über einen Link erledigen könnte. Denn wer mich kennt, der weiß, dass ich dazu neige, auch mal ein wenig „ausschweifender“ zu werden. Nur mal eben einen Link posten, so etwas gab es bei mir nicht. Sieht man ja auch ein wenig an diesem Text und dessen Länge… und sorry, wir sind an dieser Stelle auch noch nicht am Ende angekommen, da geht noch mehr. ;)

Jedenfalls kam es durch den Job und die Social Networks dazu, dass ich deutlich weniger schrieb als vorher. Hinzu kam, dass es ja nicht nur mir so ging. Auf immer mehr Blogs um mich herum wurde es ruhiger. Viele motteten ihre Blogs offiziell ein, andere ließen den Blog einfach „einschlafen“. Jedenfalls wurden die neuen Artikel in meinem Feed-Reader immer weniger.

Nun war es auch in frühen Jahren so, dass Blogger aufhörten zu bloggen. Der Unterschied war, dass damals viele neue Blogger nachrückten… oder alte wieder anfingen, weil sie es doch nicht so ganz ohne Blog schafften. Später war das anders. Da rückten nicht mehr so viele nach. Zumal das schon leicht anarchistische „Wald- und Wiesen-Bloggen“, also das Bloggen ohne festes Thema, einfach frei von der Leber weg, über das, was einen halt so bewegte, immer weniger wurde. Wenn neue Blogs „auf den Markt“ kamen, dann waren es meist professionelle Blogs, die sich strikt irgendeinem festen Thema widmeten und wo man oft auch spürte, dass damit in erster Linie Geld verdient werden sollte und nicht der Spaß am Schreiben im Vordergrund stand. Ich verteufele das auch nicht. Das ist völlig okay. Das Internet allgemein war früher auch mehr auf Spaß und Information ausgelegt, bis die breite Masse es entdeckte und es somit für die Wirtschaft interessant wurde. Ab da wurde dann alles „professioneller“, es wurde reglementiert, Regeln und Gesetze erlassen usw.

So ähnlich war das dann auch bei den Blogs. Die alte Garde wurde zunehmend ruhiger, und die neuen Blogs, auf die man so stieß, waren eher Profi-Blogs. Die haben ihre Daseinsberechtigung, waren aber nicht das, was ich im Zusammenhang mit klassischen Blogs gerne lesen wollte. Mir geht es bei Blogs nicht um Marketing (da muss ich mir im Job schon genug Gedanken zu machen), sondern um Menschen. Um Menschen und deren Leben, deren Erfahrungen und Gedanken. Da es davon zumindest in meiner Filter-Bubble immer weniger wurde, wurde das Thema Blogging für mich allgemein – und erst recht auf meinem eigenen Blog – uninteressanter.

Ende 2015 kam erschwerend hinzu, dass mein Vater schwer krank wurde. Ich will das an dieser Stelle nicht zu sehr vertiefen. Da ich ihn seither aber ein Stück weit pflege und betreue, geht auch dafür einige Zeit drauf. Zeit, die mir an anderer Stelle fehlt, und die ich dann auch wieder beim Bloggen abgezweigt habe.

So kam dann eins zum anderen, so dass ich nur noch einmal im Monat, dann nur noch alle paar Monate mal und plötzlich nur noch 1-2x pro Jahr etwas auf dem Blog schrieb. Lustigerweise hat mit diesen beiden Postings im Jahr eigentlich immer auch ein Stück weit Alex zu tun. Denn meist waren das von mir Artikel, wenn ich entweder wieder bei seiner Netzliga in einer Saison gut abgeräumt hatte, oder wenn er seinen Blog-Adventskalender veranstaltete.

Blog Adventskalender - 24. Söckchen

Der „Todesstoß“ für meinen Blog kam dann 2018 in Form der Datenschutzgrundverordnung. Ich musste mich berufsbedingt viel mit der DSGVO auseinandersetzen und hatte daher schnell einen Überblick darüber, was da alles auf einen zukommen konnte. Klar, heutzutage hat jeder für die wichtigsten Anwendungsfälle irgendwelche Plugins, die zumindest suggerieren, dass man sich um das Thema Datenschutz auf der Seite gekümmert hat. Tatsächlich müssten die meisten von uns aber noch viel mehr tun, wenn wir wirklich alle Auflagen erfüllen wollten, die das Gesetz da so vorschreibt.

Ich will euch da keine Angst machen, auch weil ich denke, dass die Zeit gezeigt hat, dass die Justiz da schon ein Stück weit mit Augenmaß arbeitet und sich eher auf Datenschutzverstöße größerer Seiten konzentriert. Und generell halt mehr darauf achtet, Unternehmen zu überprüfen, statt irgendwelchen kleinen Bloggern ein Auskunftsersuchen zu schicken, verbunden mit der Bitte um Zusendung von Dokumentationen, wie ich sie gerade erwähnt hatte. Aber mir hat das damals halt endgültig den Spaß an der Sache verdorben. Ich hatte die ganze Datenschutzproblematik mit all der daran hängenden Bürokratie zu Genüge im Beruf, da wollte ich das nicht auch noch mit meinem privaten Blog alles machen müssen. Daher habe ich ihn dann irgendwann schweren Herzens „abgeknipst“.

Was übrig blieb, war einfach nur eine statische Übersicht von drei besonders oft aufgerufenen Artikeln, weil die damals scheinbar vielen Menschen geholfen haben. Diese Artikel sollten daher auch weiter bestehen. Der Rest ist „weg“.

Ob ich irgendwann noch einmal anfange zu bloggen? Ganz ehrlich, hin und wieder hat es mich zwischendurch tatsächlich in den Fingern gejuckt. Aber ob dieses Gefühl von Dauer gewesen wäre, wage ich schwer zu bezweifeln. Zumal sich die Blogger-Landschaft im Laufe der Zeit ja auch – wie ich das vorhin beschrieb – stark gewandelt hat und mich nicht mehr so fasziniert.

Vereinzelt gibt es natürlich noch die wackeren Helden wie Alex und Miki, die unbeirrt weiter schreiben, mal mehr, mal weniger, und die auch versuchen, „den Laden ein bisschen zusammenzuhalten“. Ich finde das toll! Und ihr könnt euch sicher sein, auch wenn ich nicht mehr dazu komme, unter jedem Artikel zu kommentieren, gelesen werden sie von mir! Denn ihr seid immer noch alle in meinem Feed-Reader. Und ab und zu ploppen da noch Mitteilungen über neue Beiträge auf. Dann bin ich jedes Mal gespannt, ob es ein echter neuer Blog-Artikel ist, oder ob – was leider auch immer wieder vorkam – nur ein scheinbar verwaister Blog gehackt wurde, um darauf russische oder asiatische Spam-Beiträge zu posten.

Aber im Großen und Ganzen ist es halt einfach nicht mehr dieses Gefühl von früher, dieses Gefühl einer großen Gemeinschaft, die sich kennt, ohne sich jemals persönlich begegnet zu sein. Die Dinge voneinander weiß, die manchmal nicht einmal Kollegen, Freunde oder Familie von einem wissen.

Von daher bleibt mir nur, mich immer wieder über neue Blogartikel auf alten Blogs zu freuen, oder mich auch zu freuen, wenn ehemalige Blogger, mit denen man auf irgendwelchen Plattformen (Facebook, Twitter, Xing & Co.) vernetzt ist, irgendetwas von sich hören bzw. lesen lassen. So bleibt man immer noch ein Stück weit „zusammen“. Und letztendlich sind gute Freundschaften doch sowieso dadurch geprägt, dass man sich vielleicht über Jahre nicht hört und sieht, es einem bei einem Treffen aber so vorkommt, als wäre dazwischen gar keine Zeit vergangen.

In diesem Sinne: bleibt gesund und lasst zwischendurch auf den verschiedenen Kanälen einfach immer mal wieder etwas von euch hören. Denn wenn ihr das nicht macht, staut sich so viel an, dass ihr später alles auf einen Schlag erzählen müsst, dass ihr zur Strafe so lange Texte schreiben müsst, wie ich es hier gerade getan habe. ;)

Viele Grüße
aus Mönchengladbach

Euer Sascha

Leser Kommentare

  1. Alex |

    Wow, wow, wow!
    Sascha… da hast du ja mal einen Artikel rausgehauen. Ist es vielleicht sogar der längste, der je hier auf offenesblog.de publiziert wurde?! :D
    DANKE jedenfalls für deinen Blick hinter die gesichtet.net-Kulisse, sehr interessant.
    Habe auf spiegel.de sogar etwas über das „Forum“ gesichtet.net gefunden:
    https://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/nahkampfzone-strassenverkehr-rad-rambos-blasen-zur-auto-hatz-a-793622.html
    Aber ob das wirklich von deiner Seite her kam? Denn mit einer Blog Weltkarte hat es jedenfalls nichts zu tun! :D
    Wie dem auch sei, schön von dir und anderen hier zu lesen.
    Und falls es mal wieder kribbeln sollte, ich kann dir hier gerne einen Gastautoren-Konto anlegen. ;)
    Passt auf Euch auf und bleibt gesund!

  2. Henning Uhle |

    Hallo Sascha,

    ich kommentiere mal deinen Artikel von oben nach unten durch.

    Also gesichtet.net kenne ich nicht. Weder als Freehoster-Version noch sonstwie. Und ich bin eigentlich auch ziemlich aktiv im Internet. Na gut, Wissenslücke, sieh es mir bitte nach.

    Aber du hast absolut Recht: Als Blogger freut man sich immer über Kommentare. Noch mehr, wenn es gehaltvolle Kommentare sind, egal ob positiv oder negativ. Zumindest ist das bei mir so.

    Blogparaden kenne ich auch noch. Ich habe bei solchen Aktionen auch immer wieder teilgenommen. Obskurerweise am meisten beim „Webmasterfriday“. Das hatte Spaß gemacht, weil man so mit anderen Bloggern ins Gespräch kam. Lange, bis heute dauernde Verbindungen entstanden damals.

    Die Weltkarte hatte ich auch mal gesehen. Allerdings kann ich mich da nur an eine von Luca Hammer erinnern. Auch wieder so eine Wissenslücke. Man kann ja nicht alles behalten.

    Ich habe auch immer mal keinen richtigen Antrieb, auf meinem Blog immer wieder weiter zu machen. Das liegt wie bei dir eben auch an der Arbeitsbelastung. Aber dann finde ich doch immer wieder die Zeit. Und so kann ich meine Themen zeitnah besprechen.

    Was die sozialen Netzwerke betrifft, so kann ich sagen, dass es kein Blog über Skurriles sein muss, der darunter leidet. Es betrifft auch Blogs zum Tagesgeschehen oder zur Einordnung von technischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Frag nur, ich habe das auch erlebt.

    Aber du hast Recht, durch die sozialen Netzwerke haben viele Blogger immer weniger bis gar nichts mehr in ihre Blogs geschrieben. Das ist schade, da so viel an Individualismus geopfert wurde.

    Ach, und du schreibst es völlig richtig, was die „Wald-und-Wiesen-Blogger“ betrifft. Ich schrieb bei mir im Blog mal davon, dass ich einen „Bauchladen namens Blog“ habe. Ich behandle zwar nicht alles, was mir vor die Flinte kommt. Aber ich will mich nicht einschränken. Ich kann mit dem „Finde deine Nische“ nichts anfangen.

    Und natürlich wird dadurch das Verfolgen von Blogs immer uninteressanter. Ich versuche ja immer, meinen persönlichen Kram mit einzubringen. Denn ich hasse es, wenn jemand erzählt, es wäre ein Blog, dann aber komplett auf „Pörsonällitieh“ verzichtet.

    Die DSGVO hat – da gebe ich dir wieder Recht – viel in der Bloggerszene kaputt gemacht. Ich denke aber auch, dass da eher die Unternehmen behelligt werden, die grob fahrlässig handeln.

    Und was Verbindungen unter Bloggern betrifft, so erinnere ich mich immer wieder an einen Technik-Blogger, mit dem man auch privat gechattet hatte und sich gut verstand. Der war dann irgendwie über Nacht weg: Blog weg, Social Media Accounts weg, Klingelschild abmontiert, Handynummer tot. An sowas knabbert man ewig herum.

    Wir sollten alle, die in irgendeiner Weise miteinander zusammenhängen, zumindest lose in Kontakt bleiben. Auch wenn ein Blogger über Monate nichts schreibt, so sollte man doch über die möglichen Wege Kontakt halten und zumindest mal nach dem Befinden fragen.

    Ich danke dir für diesen umfangreichen Artikel. Und ich danke Offenes Blog für die Veröffentlichung. Mich kann man eben auch verfolgen, wenn man das denn will. Meinen Blog gibt’s jetzt 11 Jahre. Ich habe auch einiges erlebt und wollte schon x-mal hinwerfen. Aber ich mache das eben doch nicht. Irgendwer muss ja weitermachen. Lass es dir gut gehen.

  3. Alex |

    Hallo Henning

    Willkommen hier auf offenesblog.de.
    Meinst du mit dem verschwundenen Technik-Blogger per Zufall Hombertho? :(

    Alles Gute und danke dir für deinen ausführlichen Kommentar!

  4. Henning Uhle |

    Hallo Alex,

    also erstmal das: Ich lese schon eine ganze Weile mit. Das fing irgendwann an, als es um ein neues Theme für hier ging. Aber ich fühle mich natürlich willkommen. :-)

    Nein, ich meinte Samsung-Blog-News. Der ist irgendwie vollkommen vom Erdboden verschwunden, nicht nur der Blog an sich.

  5. Alex |

    Hi Henning

    Ja, das mit dem Theme steht noch aus und sollte an sich für Mai/Juni in Angriff genommen werden.
    Hoffentlich bleibt’s dabei.

    Und ja, es ist immer wieder schade, wenn Blogs und die dahinter auf einmal wie vom Erdboden verschluckt sind.
    Gleiches oder ähnlich war eben auch leider bei Hombertho der Fall.

    Alles Gute dir.

  6. Henning Uhle |

    Hallo Alex,

    wenn du wegen Theme Hilfe brauchst, sag Bescheid. Aber eigentlich schätze ich das hier auf dem Blog so ein, dass es einfach nur ne Zeit-Nummer ist.

    Hombertho kenne ich so gar nicht. Ich bin jetzt mal wieder beim Blog „Adelhaid“ vorbei gekommen. Leider macht der Blog auch zu. So ist auch ein eher schräger Blog dann nicht mehr wie üblich erreichbar. Da gibt es eine neue Domain. Aber da weiß ich auch schon, wie das wird. Ich habe im Bekanntenkreis einige Blogger, die mit einer neuen Domain neu anfangen wollten, es dann aber bleiben lassen hatten.

    Lass es dir gut gehen. OffenesBlog ist jedenfalls seit längerem in meinem Feed Reader. Das ist zuverlässiger als jedes soziale Netzwerk.

  7. Miki |

    Hi Sascha,
    wie schön, wieder von dir zu hören! Und als ich die Überschrift sah…wusste ich schon…das ist viel. Viel zu lesen, wie immer bei dir. Also erstmal hinsetzen, Kaffee anbei, nix für zwischendurch…
    So kennen wir dich! :-)
    Und du warst sooo standhaft. Als es schon überall ruhiger bis ganz still wurde, hast du noch geliefert. Und immer – gewohnt- ausführlich! Aber die Diskussionen darunter, die fanden nicht mehr statt. Und ich nehme mich da nicht raus, hab auch nur noch gelesen. Das tut mir leid! Aber irgendwie hatte das alles (nicht deine Artikel) keinen Esprit mehr, man wusste ja, da sagt niemand mehr etwas….
    Es war ja nicht nur der einzelne Blogger, sondern die Gemeinschaft, die Kommunikation, die kleinen Anekdoten, was uns so verbunden haben. Durch die Kommentare wurden es oft tolle Diskussionen, dort hat man über den Einzelnen oft mehr erfahren, als in den Artikeln selbst.
    Ja, das fehlt. Ich schreibe zwar immer noch gern, aber wissend, dass darunter nicht mehr viel oder gar nichts passiert. Trotzdem ist es mir wichtig, hilft mir, erlebtes zu verarbeiten, manchmal auch neu zu bewerten…und dem Gedächtnis, ich schrieb es in meinem Artikel. ;-)
    Und so werde ich weiter machen und wer weiß, kommt (mehr) Zeit, kommt vielleicht auch wieder Lust. Vielleicht finden sich ja wieder ein paar „alte“ Blogger an und auch neue dazu…wenn noch mehr die Datenkrake FB satt haben, die uns alles so vorsetzt, wie es ihr passt. Im Blog kann mir wenigstens keiner reinpfuschen und die Reihenfolge der Postings ändern oder Werbung dazwischen werfen… schaun wa mal!
    Lieber Sascha, meine Hochachtung vor deinem Tun (Job wie Familie) und vielleicht wird’s ja mal ne Rentnergang geben, die sich lustig in die Kiste bloggt!
    Bis dahin, oder gern eher!
    Viele Grüße Miki

  8. Stephan |

    Hallo alle miteinander,

    Saschas Beitrag haut quasi bei mir in die gleiche Kerbe. So viele Punkte, die auch bei mir zutreffen (DSGVO, Social Media etc.). So ist stephans-leuchtfeuer.de vom Blog zu einer Foto-Test-Seite mutiert. Die Beiträge wären aber wohl noch zu finden.

    Auch ich denke an die schönen (Anfangs-)Zeiten zurück, mit alle den unterschiedlichsten Beiträgen und nicht zuletzt hier an Alex‘ offenesblog.
    Aber es kribbelt -wenn überhaupt- nur noch selten in den Fingern um selber etwas zu schreiben.
    Es waren einfach zu viele Anstrengungen besonders im Promotion-Bereich, die bei vielen Projekten mehr oder weniger ins Leere liefen. So dümpeln Ideen wie veedeltouren.de, koelner-stadtteile.de oder geschichtspassage.de vor sich hin oder sind ganz eingestellt.

    Das hindert aber auch mich keineswegs daran, meinen Feedreader weiterhin zu beobachten und dann bei neuen Beiträgen die entspr. Blogs zu besuchen.

    In diesem Sinne, ne schöne Jrooß
    Stephan

  9. Sven |

    HUHU Sascha *wink*,

    schön wenigstens Mal wieder kurz (*grins*) was von dir zu lesen. Ich hoffe, du lässt jetzt wenigstens hier wieder mehr von dir hören und lässt ab und an Mal ein paar Kommentare hier! Diskussionen sind ja auch dadurch möglich ;)

    Lieben Gruß
    Sven

  10. Sascha |

    @Alex
    Danke für den Link, den kannte ich noch gar nicht. Schon verrückt, wo man überall erwähnt worden ist. Aber lustig, dass die 2011 bei Blogs noch von „Foren“ sprachen :D

    @Henning
    Deinen Blog kannte ich bislang auch noch nicht. Da sieht man mal wieder, wie sehr man dann doch irgendwie in gewissen „Filter-Blasen“ unterwegs ist, selbst wenn man eigentlich recht viel in der Bloggospähre umher kam. Naja, wie eingangs geschrieben, BISLANG kannte ich deinen Blog nicht. Das hat sich jetzt geändert und er ist direkt mal in meinen Feed-Reader gewandert. Scheinst ja auch ziemlich viel Motivation zu haben, jedenfalls gibt es da ja doch ziemlich regelmäßig neues „Futter“ zum Lesen ;)

    @Miki
    Ist schon richtig, was du sagst: es war bei den Kommentaren ja nicht immer nur ein Schreiben zwischen Autor und Leser, sondern auch Kommunikation der Leser untereinander. Das war echt toll. Halt eine richtige „Community“. Wenn das alles nach und nach wegfällt, und teilweise nur noch Kommentare von Leuten kommen, die nur schnell nen Backlink abstauben wollten, dann drückt das die Motivation schon ziemlich. Von daher habe ich großen Respekt davor, dass du das weiterhin durchziehst. Und ganz ehrlich, ich hab damals gerne bei dir mitgelesen und ich mache das immer noch gerne :) Von daher hoffe ich, dass du da noch sehr, sehr lange am Ball bleibst und dein persönliches Notizbuch oder Tagebuch weiterhin füllen und uns daran teilhaben lassen wirst.

    @Stephan
    Ja, das mit dem „in den Fingern kribbeln“ ist wirklich seltener geworden, auch bei mir. Und wenn es dann kribbelt, ist da immer noch die Zeit, die leider auch nur begrenzt ist. Viele Grüße nach Bergisch Gladbach. Ich war und bin übrigens einer dieser seltenen(?) Mönchengladbacher, die die Stadt Köln wirklich gut finden ;)

    @Sven
    Du hast ja Recht. Hab schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich allein sehe, wie lange ich jetzt schon wieder gebraucht habe, um hier endlich mal auf die eingegangenen Kommentare zu reagieren^^

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